Meine diesjährige Reise nach Siaya (von 23.6. bis 12.7.21)


von Rita Gruber

Ich bin so froh, dass ich es trotz all den Unsicherheiten und obwohl es schwierig war herauszufinden, was alles nötig ist zu reisen, gewagt habe nach Kenia zu fliegen. Ich habe es nicht bereut und es wurde der schönste Aufenthalt meiner bis jetzt fünf Kenia-Reisen, die ich natürlich alle selbst finanziere.

Leider war es wegen der Corona-Bestimmungen nicht möglich, viele Schüler zu besuchen und wir konnten auch jeweils nur kurz bleiben. Dennoch habe ich einige unseren Schützlingen besuchen können. Vor allem die Patenkinder.
Kevin, unser Mann in unserem Computer Center und meine grosse Hilfe in allen Belangen, kam jeweils mit mir und hat die Besuche auch organisiert. Es waren schöne Begegnungen, obwohl ich in der kurzen Zeit natürlich nicht viel darüber erfahren konnte, wie es ihnen wirklich geht oder während der Schulschliessung ergangen ist. Zu spüren war aber die grosse Dankbarkeit, dass sie wieder zur Schule gehen dürfen und auch für unsere Soforthilfe vom letzten Jahr.
William, ein anderes Vorstandsmitglied, sagte mir auch, dass mein Besuch hier für alle eine grosse Motivation sei, so sehen sie, dass wir sie nicht vergessen haben und dass das Leben auch wieder weitergeht.

Als wir unser jüngstes Patenkind Finney besuchten, der noch in die Primarschule geht, wurden wir von einer engagierten Schulleiterin begrüsst, die auch Pastorin ist. Sie fragte Kevin über SKCF aus und ergriff dann gleich die Gelegenheit, um ihm eine ihrer besten Schülerinnen ans Herz zu legen, die der Kosten wegen nach der Primar von der Schule abgehen müsste. Das Mädchen wurde inzwischen aufgenommen und ist jetzt in einer Internatsschule. Auch sahen wir auf der Liste, die in ihrem Büro aufgehängt war und die Jahrgangsbesten auflistet, drei unserer Schützlinge und was mich besonders freute, Lewis, einer meiner Patensöhne, war unter ihnen. Nachdem Finney – also unser Patenkind – aus der Prüfung geholt worden war und ich mich eine Weile mit ihm unterhalten hatte, bat mich die Schulleiterin kurz die Schüler zu motivieren. Nachdem ich mich durch meine unvorbereitete Rede auf Englisch gewurstelt hatte, stimmte die Lehrerin eine Klatsch Choreografie an, die die Kinder amüsiert, aber begeistert ausführten. Das war wohl für alle eine willkommene Unterbrechung, bevor sie zurück an die Prüfung mussten.

Unter anderen besuchte ich in einem Mädcheninternat zwei Schülerinnen, wovon eine ein Patenkind ist. Wir kamen extra auf Schulschluss, weil kurz vor dem Semesterende überall Prüfungen abgehalten wurden, und wir nicht stören durften. Viele Mädchen waren in ihrem Sportuniform-Dress draussen und trainierten laufen. Leider war das Patenmädchen noch mitten in ihrer Prüfung, aber dafür hatte ich ausgiebig Zeit mich mit der anderen Schülerin zu unterhalten. Nur ist es nicht einfach ein Gespräch am Laufen zu halten, weil man meist nur einsilbige Antworten bekommt und auf die Frage, wie es geht nur ein «I’m fine» erhält. Als wir schon aufbrechen wollten, da wir vor der Ausgangssperre zurück sein mussten, kam das andere Mädchen dann endlich, so konnte ich ihr wenigsten das Geschenk ihres Paten persönlich überreichen, ein paar Fragen stellen und Fotos machen. Wegen steigender Fallzahlen war im Westen Kenias eben kurz vor meiner Reise die nächtliche Ausgangssperre von zehn Uhr nachts wieder auf sieben Uhr abends vorverlegt worden.

Ich konnte mich mit fast allen Vorstandsmitgliedern in Siaya austauschen. Mit unserem Vorsitzenden Erick traf ich mich unter anderem in meinem schönen Hotel zum Lunch und interessanten Gespräch. Carolyne, die die Buchhaltung macht, traf ich vor ihrem Geschäft und verabredete mich bei ihr zu Hause um Einblick in die Bücher zu erhalten. Von Kevin habe ich bereits berichtet und William lud mich ein, ihn im Udida Kindergarten zu besuchen und dort zu sehen, wie wunderbar dieser seit letztem Jahr gewachsen ist. Über diesen schönen Besuch können Sie im eigenen Udida Kapitel nachlesen.

Natürlich reiste ich nicht nur wegen offiziellen Aufgaben nach Siaya und habe meine Söhne und Freunde ausgiebig besucht und viel Schönes mit ihnen erlebt. Roy, mein offizieller und erster Patensohn, lebt mittlerweile zusammen mit seiner Schwester in Siaya, in einem Zimmer nahe seines Colleges, wo er im Februar begonnen hat, Landvermesser zu studieren. So konnte ich ihn so viel öfter treffen als sonst und es war wunderschön, bei vielen alltäglichen Verrichtungen dabei zu sein und mitzuhelfen, wie zum Beispiel gemeinsam zu kochen und abzuwaschen.

Die letzten drei Tage verbrachte ich noch in Kisumu, wo ich ausser einer Freundin mit ihrer Familie auch Lewis traf, der sein Studium im nächsten Frühling abschliesst. Ich war froh zu sehen, dass es ihm wieder besser geht, er wurde während dem Lockdown depressiv und vermisst es sehr, dass der Drama-Club in der Uni noch immer nicht üben darf.

Und Maryanne, die ich auch beim Studieren unterstütze und die sehr traurig darüber war, dass ich dieses Mal nicht nach Nairobi kam, konnte ich immerhin eine Stunde auf dem Flughafen sehen, da sie extra dafür diesen langen Weg unter die Räder nahm, nachdem ich ihr das Geld fürs Uber-Taxi geschickt hatte.

Nur schade, konnte ich Lavender, (Vorstandsmitglied und ehemals Unterstützte) nicht treffen, die jetzt auch nahe Nairobi lebt und einige Tage nach meiner Abreise ihr zweites Kind bekam. Hoffentlich, ist nächstes Jahr das Reisen wieder einfacher. Und vielleicht kommt ja dann mal wieder jemand mit, Charles oder ein, zwei Gäste, wer weiss.

Den SKCF Film gibt es nun in einer deutschen Fassung

2019 drehte die junge Kenianerin Mary Goretty, die Schwester einer unserer Schützlinge, eine Dokumentation über unsere Stiftung. Nun haben wir den Film auf gut 11 Minuten gekürzt, teilweise das Gesagte auf Deutsch zusammengefasst, teils mit deutschen Untertiteln versehen.
Wir danken unserem regelmässigen Spender und Hobby-Filmer Otto Kaufmann für die vielen Stunden die er dafür aufgewendet hat und für seine gute Arbeit.

Den Link zum 25 minütigen Original Film findet ihr im Kenianischen Teil bei den News.

Wie die Familien der Udida Kinder Soforthilfe erhalten

Wie Sie vielleicht schon ein paarmal gelesen haben, haben wir unsere Schützlinge und deren Familien in diesen schwierigen Corona-Zeiten mit einer Soforthilfe unterstützt. Die Massnahmen der Regierung hat es vielen, die von Tag zu Tag leben, verunmöglicht selbst für die Versorgung der Familie aufzukommen. Den Kindern fehlt die Mahlzeit, die sie normalerweise in der Schule bekommen. Diese bleiben noch bis September geschlossen.
Unsere momentan unterstützten und ehemaligen Schüler erhielten das Geld mit Mobile Money, ihrem Twint-ähnlichen Bezahlsystem namens M-Pesa. Die Familien aber, deren Kinder den von der Gemeinde Urdorf gestifteten Kindergarten in Udida besuchen, profitierten von einer anderen Aktion. Der Kindergarten liegt in der Nähe des Gehöfts der Gründerfamilie von SKCF. Das Heim unseres Vorstandsmitglieds William Atinga, dessen verstorbener Bruder Charles mit Rolf Hotz zusammen die Stiftung aufbaute. William, der normalerweise in Nairobi als Armenpfarrer lebt, ist wegen des Lockdowns auch hier. Und seine Frau Conslata ist eine der Kindergärtnerinnen. 
Nun hat William mit unserem Geld im Grosshandel Reis, Mehl, Zucker und Öl zum Kochen erstanden. Dann haben sie alles in kleinere Säcke und Flaschen abgefüllt und Essenspakete für jede der 40 Familien zusammengestellt. Auch Seife gehört dazu. Da diese Familien alle auf dem Land leben, können sie Gemüse und Mais selbst anbauen. Durch Williams Initiative, konnte einiges günstiger eingekauft werden, als wenn jede Familie einzeln einkaufen würde und die Familien erhielten somit mehr.
Letztes Wochenende wurde diese Aktion zum zweiten Mal durchgeführt. Und die Mütter oder Erziehungsberechtigten konnten ihr Food-Package abholen. Da nun die Massnahmen, inklusive nächtlicher Ausgangssperre letzten Samstag verlängert wurden, wird es nötig sein, nochmals einen Betrag zur Unterstützung zu schicken. Bitte helft uns dabei, wenigsten diesen zirka 150 Familien, die wir erreichen können den Hunger zu ersparen und spendet etwas mit dem Vermerk «Soforthilfe». Es ist ein kleiner Beitrag, da auf der ganzen Welt, die Ärmsten von Corona am meisten betroffen sind. Aber hier haben wir die Möglichkeiten dazu und das Vertrauen, dass die Hilfe auch wirklich ankommt.

William hat uns gestern informiert und berichtet wie es den Familien geht, lesen sie die Übersetzung seiner berührenden Worte:
Was die Verteilung des Lebensmittelpakets betrifft, so haben wir gestern die Arbeit für die Udida-Familien abgeschlossen, mit Ausnahme einer Mutter, die es heute, wenn möglich, abholen wird. Sie konnte gestern nicht kommen, weil ihr Mann sehr krank ist und für 3 Wochen in ein Krankenhaus in Kisumu eingeliefert wurde.
1. Die Eltern und Erziehungsberechtigten waren mehr als glücklich, da sie nicht damit rechneten, dass sie noch einmal berücksichtigt werden könnten. Sie konnten ihre Freude nicht verbergen.
2. Die Erziehungsberechtigten erklärten uns, dass das erste Lebensmittelpaket eintraf, als sie in ihrem Heim überhaupt nichts zu essen hatten. Dies ist ein Bekenntnis von drei Erziehungsberechtigten, und für das zweite Lebensmittelpaket gestanden fünf Erziehungsberechtigte, dass sie in ihren Familien nichts zu essen hatten. Das erklärt die Wertschätzung, die sie für Euch haben, und den Wert der Hilfe, die sie erhalten haben.
3. Es wurde berichtet, dass einige der Kinder aus fünf Familien krank waren. Zwei von ihnen hatten Malaria, von der die ganze Familie mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern betroffen war. Eines hatte eine Wunde am Bein, während wir bei den anderen beiden den Zustand der Krankheit noch nicht kennen, wir werden sie bald besuchen.
Zwei der Frauen kamen gestern, waren aber gebrechlich, ich musste ein Motorrad mieten, um sie mit dem Lebensmittelpaket zu ihren jeweiligen Häusern zu bringen, sonst hätten sie es nicht nach Hause geschafft.
4. Der Bericht, den wir immer wieder bekommen, lautet, dass die Kinder von Udida so gerne zur Schule kommen, dass sie ihre Eltern und Erziehungsberechtigten immer wieder bedrängen. Das liegt auch an dem Ernährungsprogramm. Sie sind sicher, dass sie in der Schule eine Mahlzeit bekommen.
Ansonsten lieben sie Sie so sehr dafür, dass Sie sich für ihre Notlage einsetzen, und betrachten Sie als einen ihrer größten Botschafter. Bitte lassen Sie den Vorstand wissen, dass das, was sie getan haben, eine der größten Auswirkungen auf die Kinder hatte. Vielen Dank und möge Gott Sie alle reichlich segnen.
Mit freundlichen Grüßen, William.
*** Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) ***

Drohende Hungersnot: Wir leisten Soforthilfe

Wie unter Kenias Plagen aufgezeigt, ist die Lage in Kenia sehr schwierig geworden. Die Leute hungern und wissen nicht mehr wo sie die nächste Mahlzeit herbekommen oder die Miete bezahlen sollen. Die Anti Corona-Massnahmen der Regierung machte das an sich schon schwierige Leben der Armen beinahe unmöglich. Da konnten und wollten wir nicht länger zusehen und haben sofort reagiert. Per Video Konferenz haben wir am 8. April ein Soforthilfe Paket geschnürt und sofort 10’000 Franken nach Kenia geschickt. Unser Vorstand vor Ort hat sich bereits organisiert, damit sie die Verteilung an unsere Schützlinge vornehmen können. Jede Familie unserer Schüler erhält Fr. 100 und sollte damit je nach Grösse der Familie Essen für etwa einen Monat kaufen können. Der Mobile Money Dienst m-pesa den es in Kenia schon viel länger als unser Twint gibt, macht dies möglich.
Wir haben aber auch unsere ehemaligen Unterstützten, die noch in der Ausbildung stecken nicht vergessen und werden auch ihnen helfen. Auch die Familien der Kinder in unserem «Urdorfer» Udida Kindergarten werden dank Spenden, die für Udida eingegangen sind, von unserer Soforthilfe profitieren.
Dank unseren grosszügigen Gönnern verfügen wir über ein Polster, dass uns diese Hilfe erlaubt. Wir glauben, es ist auch in ihrem Sinne, jetzt in dieser Krise «unseren Kindern» beizustehen. Und wir hoffen, dass uns unsere Gönner weiterhin unterstützen und uns vielleicht einen Extrabatzen zugunsten der Soforthilfe spenden.

Verein zur Unterstützung der Siaya Kenya Children Foundation
8902 Urdorf, Schweiz

IBAN: CH16 0900 0000 6102 5925 6
Vermerk: Soforthilfe

Alumni-Fonds

Mit der Erfahrung und auch den vielen Kontakten durch den neuen Vorstand wurden wir auf die Problematik unserer Ehemaligen aufmerksam. Auch hörten wir immer mal wieder, dass wir unsere Schüler zu früh in die Selbstständigkeit entlassen würden und es für viele schwierig bis unmöglich sei, ein Studium zu finanzieren. An unserer letzten Vorstandssitzung haben wir darum beschlossen, künftig den Verein der Ehemaligen, der von Lavender Awuor Ouma, Kevin Ochieng und zwei weiteren ehemals Unterstützten geführt wird, mit einem jährlichen Beitrag von etwa 10 % der jährlichen Einnahmen zu unterstützen. Dieses Geld steht allen Studenten zu, die nicht von privaten Pateneltern unterstützt werden. Wer in ein College oder in eine Universität aufgenommen wurde, hat nun die Möglichkeit, einen Antrag auf eine kleine Unterstützung zu stellen.

Letzte Besuche in Siaya

Regelmässige Siaya-Besuche vertiefen den Kontakt zu den dortigen Vorstandsmitgliedern unseres Projekts und ermöglichen Einblicke über das Befinden unserer Schützlinge und den Zustand ihrer Schulen. 
Rolf Hotz, Stiftungsgründer und Ehrenpräsident, besuchte Siaya im Januar 2019. Er durfte u.a. an einer Sitzung des Vereins ehemaliger Schützlinge teilnehmen. Er war tief beeindruckt von dieser Gruppe, deren Mitglieder es sich zum Ziel gesetzt haben, der Stiftung etwas zurückzugeben. Leiterin dieses Ehemaligen-Clubs ist übrigens Lavender, eine unserer Schützlinge der ersten Stunde. 
Einige Wochen später reisten Präsident Charles Cornu und Rita Gruber, ein weiteres Vorstandsmitglied, zum wiederholten Mal nach Siaya. Sie vertieften dort die Kontakte zu Mitgliedern des dortigen SKCF-Vorstands, nahmen auch an einer Sitzung teil und besuchten Schützlinge in deren Schulen. Zudem traf Rita Gruber auch ihr Patenkind, mit dem sie dank Whats App einen engen Kontakt pflegt.