Grosse Dankbarkeit unserer gegenwärtigen und ehemaligen Schützlinge für unsere Nothilfe

Die rigorosen Corona-Massnahmen in Kenia wie zum Beispiel die Schliessung aller Schulen bis Ende Jahr verursachen gerade unter den Allerärmsten, die wir ja unterstützen, grosse Not. Solange die Schule ausfällt, fällt nämlich auch die Schulmahlzeit aus. Sie ist für die Kinder oft das einzige Essen im Tag. Darum  müssen die Kinder zu Hause ernährt werden, was teilweise zu traurigen Situationen führt. So kommt es oft vor, dass die Mütter nur Tee oder heisses Wasser zu sich nehmen, damit ihre Kinder wenigstens etwas zu essen haben. Der landesweite Shutdown, durch den viele Menschen ihren oft informellen Job verloren haben, hat nämlich die ohnehin schon grosse Not der Bedürftigsten noch zusätzlich verstärkt.
Darum haben wir von SKCF Schweiz rasch reagiert und in zwei Tranchen im April und im Juli total gut Fr. 20 000.- für die Familien der aktuellen und ehemaligen Schützlinge sowie für die Familien des “Urdorfer” Udida-Kindergartens überwiesen. Somit profitierten die Familien von insgesamt 160 Kindern und jungen Erwachsenen von unserer Nothilfe. Mit “Familie” ist übrigens das familiäre Umfeld unserer Schützlinge gemeint. Oft ist nämlich mindestens ein Elternteil nicht mehr am Leben. Einige wachsen bei ihren Grosseltern, Tanten, Brüdern etc. auf.
Unseren Schützlingen und den Ehemaligen, die sich noch in Ausbildung befinden, Alumni genannt, wurde das Geld über das Mobile Money System, wo man übers Handy Geld versenden kann, in Teilbeträgen, ausbezahlt. William Atinga hingegen, der sich um die Familien kümmerte, deren Kinder im Udida-Kindergarten eingeschult sind, konnte mit dem Geld im Grosshandel günstig einkaufen und stellte mehrere Essenspakete zusammen, welche die Mütter abholen konnten. Dies war möglich, weil diese Kinder alle in Reichweite wohnen.
Dass die Erleichterung und Dankbarkeit unter den Empfängerinnen und Empfängern der Nothilfe riesig ist, bezeugen nicht nur die wiederholten Dankesworte unserer Gewährsleute vor Ort, sondern auch zahlreiche Briefe unserer Schützlinge und Alumni.

Die gegenwärtigen Schützlinge bedanken sich bei unseren Spenderinnen und Spendern meist nicht nur für die Nothilfe, sondern auch dafür, dass sie ihnen die Absolvierung der Sekundarschule ermöglichen. “I humbly take this golden opportunity” (ich ergreife demütig diese goldene Gelegenheit) – so eröffnet Grace Adhiambo Juma mit wohlgewählten Worten ihren Dankesbrief. Alle sind sich sehr bewusst, was die Schulunterstützung für sie bedeutet. “Ohne Sie wäre ich nichts”, schreiben einige. Nur fünf Wörter, aber welche Bedeutung!
Es ist beeindruckend, wie weit die rund Fr. 150.- für die Familien der Schützlinge reichten. Natürlich wurden damit Nahrungsmittel gekauft. Manchmal konnte die Mutter zudem ein kleines Geschäft (“Business”) eröffnen. Viele Schülerinnen und Schüler kauften sich auch Schulbücher, die sie sich sonst nicht hätten leisten können. Damit wollen sie im Heimstudium das gelernte vertiefen und “hart arbeiten”, damit ihre Lebensträume dereinst erfüllt würden. 

Stellvertretend für viele andere Briefe sei hier das Schreiben von Austine Okumu zitiert. Es bezieht sich auf die zweite Tranche der Nothilfe.
“Mit diesem Brief möchte ich in erster Linie zeigen, wie dankbar ich für die Unterstützung bin, die Sie mir während dieser Pandemieperiode gewährt haben. Ich erhielt KSH 10’000 (ca. Fr. 85.-), was unserer Familie wirklich geholfen hat, da meine Mutter ihre Arbeit verloren hat und sie die Ernährerin der Familie ist.
Mit dem Geld haben wir einen Sack Mais, einen Sack Reis und drei Nachschlagewerke für Mathematik, Physik und Biologie gekauft. Das restliche Geld verwendete meine Mutter, um ein Unternehmen zu gründen. Im Namen meiner Familie sind wir für Ihre Unterstützung dankbar. Möge der allmächtige Gott Sie mit Segen überschütten, weil Sie Bedürftigen wie mir geholfen haben. Ich danke Ihnen.

Auch die Briefe der Alumni, also der ehemaligen Schützlinge, vermitteln einen Enblick in die vielfältige Verwendung der Nothilfe. So schrieb uns etwa Felix Were:
Ich erhielt das Geld zu einem Zeitpunkt, als ich gerade mein Universitätsstudium abgeschlossen hatte, so dass ich mich auf die Arbeitssuche vorbereiten musste. Ich konnte mir angemessene Kleidung kaufen, die es mir ermöglicht, bei Vorstellungsgesprächen präsentabel auszusehen. Einen Teil des Geldes habe ich auch für die Unterstützung von Verwandten zu Hause verwendet, von denen einige in ihrem Lebensunterhalt von dem Virus betroffen sind.

Viele der ehemaligen Schützlinge, alles erfolgreiche Sekundarschulabgänger, befinden sich in einer weiterführenden Ausbildung oder haben eine solche soeben abgeschlossen. Oft haben sie die hochwillkommene Unterstützung für den täglichen Unterhalt oder für die Bezahlung der Studiengebühren verwendet. Einer hat angemerkt, er habe auch in die Landwirtschaft investiert. “Schon bald werden wir viel Gemüse haben”, frohlockt er. Mehrere betonen, die Nothilfe habe sie auch moralisch aufgebaut. Eine schrieb: “Mein Herz tanzte vor Freude, als ich von der Unterstützung erfuhr!”, ein anderer, an die Gönnerinnen und Gönner gewandt: “Ich bin so dankbar, dass Sie Teil meines Lebens sind!”

Zum Abschluss seien noch folgende Zeilen aus Peter Owino Osumas Schreiben zitiert:
Ich möchte Ihnen von ganzem Herzen für Ihre finanzielle Unterstützung in diesen beispiellosen Zeiten des Covid-19 danken. Ihre Hilfe hat mir sehr geholfen, die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Pandemie zu überwinden. Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, wie dankbar ich für die Liebe, Fürsorge und Sorge bin, die Sie uns stets entgegengebracht haben. Ihr emotionales Wohlwollen und Ihre unglaubliche Freundlichkeit haben immer einen Hoffnungsschimmer entfacht, uns (den SKCF-Begünstigten) Türen der Möglichkeiten geöffnet und immens zur Erfüllung unserer Träume beigetragen. Ich danke Ihnen für alles.